Fußpilz

Keiner will ihn, doch viele haben ihn: Fußpilz ist weit verbreitet. Schätzungen zufolge leiden oder litten etwa 30 Prozent der Bevölkerung an Fußpilz. Und obwohl er sehr ansteckend ist, redet kaum jemand darüber.

Fußpilz gehört zu den Tabuthemen der Hautkrankheiten. Aber ohne entsprechende Therapie kann Fußpilz sich immer weiter ausbreiten und auch chronisch werden. Symptome von Tinea Pedis (der medizinische Begriff für Fußpilz) sind Juckreiz und Hautschuppung an den Füßen. Er kann sehr unangenehm werden: er juckt, er brennt und kann auch zu Hautrissen führen. Die gute Nachricht ist aber: Fußpilz lässt sich sehr gut behandeln. Lesen Sie hier mehr über Fußpilz: Was ist das genau? Wie entsteht er? Wer gehört zu den Risikogruppen? Und wie lässt er sich behandeln oder vorbeugen?

Was ist Fußpilz?

Bei Fußpilz handelt es sich um eine chronisch verlaufende Pilzinfektion, die an den Füßen in den Zehenzwischenräumen sowie der Fußsohle auftritt. In schweren Fällen kommt es auch zu Fußpilz auf dem Fußrücken. Das Tückische an Fußpilz: Unbehandelt kann er auf den Nagel übergehen, dann spricht man von Nagelpilz, und diesen zu behandeln ist langwierig und schwierig. Fußpilz gehört zu den Hautpilz-Erkrankungen, den Dermatomykosen. Fast jeder Dritte in den Industrieländern von Fußpilz mindestens einmal in seinem Leben von dieser lästigen Infektion betroffen. Frauen leiden allerdings seltener an Fußpilz als Männer.

Verschiedene Pilze verursachen Fußpilz

In rund 75 Prozent der Fußpilz-Fälle verursacht ein Fadenpilz namens Trichophyton rubrum das lästige Jucken an den Füßen. Daneben können aber, wenn auch seltener, auch Hefe-, Spross- und sogar Schimmelpilze der Grund für die Entstehung von Fußpilz sein. Der Fadenpilz greift in den meisten Fällen zudem die Füße und Nägel an, er kann sich aber auch in anderen Hautarealen ausbreiten.

Aber wie genau schaffen es Pilze eigentlich, unsere Füße zu befallen? Manchmal ist der sogenannte Säureschutzmantel unserer Haut bereits geschädigt, dies macht es den Pilzen umso einfacher in die Haut einzudringen. Pilze verfügen aber auch über Mechanismen, sich in unserer Haut auszubreiten. Sie können z. B. unsere Haut gezielt schädigen, die Hautbarriere angreifen und sich dann mit speziellen Strukturen fest an den Hautzellen anhaften. Manche Hefepilze können sich sogar als körpereigene Zellen tarnen und so die Abwehrmechanismen unseres Körpers umgehen.

Allerdings können diese Angriffe einer gesunden Haut meistens nicht viel anhaben. Wenn aber der Säureschutzmantel der Haut gestört ist oder unser Immunsystem etwa durch eine vorhergehende Erkältung geschwächt ist, dann sind die Versuche der Pilze erfolgreich. Normalerweise verhindert die intakte Hautbarriere das Eindringen von Krankheitskeimen oder -pilzen. Mangelnde Feuchtigkeit, falsche Pflege und ähnliches können aber die Schutzfunktion außer Kraft setzen. Dann können die Pilze buchstäblich Fuß fassen. Sie nisten sich in der Hornschicht, vermehren sich dort und dringen dann auch in tiefere Hautschichten ein. Dann beginnt auch das Immunsystem auf den Pilzbefall zu reagieren, es versucht den Pilz zurückzudrängen. Das kann mit Symptomen wie Juckreiz und Entzündungen einhergehen. Außerdem wird auf diese Weise die Erneuerung der Hornhaut beschleunigt. Die Haut an den Füßen schuppt sich und darin lauert das große Ansteckungsrisiko. Die abschilfernden Hautschuppen übertragen die Pilze. In solchen Schuppen leben Pilze noch wochenlang weiter und können andere Personen anstecken.

Wo lauern die Fußpilze besonders häufig?

Da sich Fußpilz derart leicht über abgefallene Hornschüppchen übertragen lässt, erhöht sich das Risiko an Orten, wo viele Menschen barfuß unterwegs sind. Ansteckungsherde lauern demnach vor allem in Schwimmbädern, Saunen, aber auch im Hotel auf dem Teppichboden oder in Umkleidekabinen. Der Prävention sollen z. B. in Schwimmbädern Desinfektionsanlagen dienen. Aber Vorsicht: Solche Anlagen bzw. desinfizierte Füße sind kein wirksamer Schutz vor Fußpilz. Die wenigen Sekunden, in denen die Füße benebelt werden reichen nicht aus. Pilzschutzmittel bräuchten etwa fünf Minuten Wirkzeit und so lange hält keiner seine Füße unter die Düsen. Ein besserer Schutz wären sicherlich Badeschuhe.

Der Kontakt mit einer infizierten Hautschuppe alleine lässt glücklicherweise nicht sofort Fußpilz entstehen. Verschieden Faktoren begünstigen allerdings Fußpilz.

Dazu gehören:

  • Feuchtes und warmes Klima
  • Socken und Strümpfe aus Synthetik
  • Verletzungen an den Füßen dienen als Eintrittspforten
  • Gestörter Säureschutzmantel der Haut (durch aggressive Duschgele etwa)
  • Geschwächtes Immunsystem

Außerdem infizieren sich manche Personen leichter mit Fußpilz als andere. Grundsätzlich steigt das Fußpilz-Risiko im Alter. Ein erhöhtes Risiko tragen auch Menschen mit Durchblutungsstörungen in den Füßen. Aber auch „Fußschwitzer“ haben häufiger Fußpilz als andere. Auch bei Sportlern die Füße häufiger feucht oder aber sie haben Verletzungen an den Füßen, die es Pilzen leichter machen. Außerdem nutzen sie Gemeinschaftsduschen und Umkleiden und kommen mit anderen Gefährdeten in Kontakt. Diabetiker sind besonders geplagt. Fast 70 Prozent von Ihnen leiden an Fußpilz.

Wie erkenne ich Fußpilz?

Zu den typischen Symptomen gehören Jucken und Brennen an den Füßen sowie vor allem den Zehenzwischenräumen. Später kann sich die Haut auch röten und Schuppen. Später verfärbt sich der Rand der infizierten Hautflächen dunkel und es können kleine Pusteln oder Bläschen hervortreten. Wer den Fußpilz in diesem Stadium nicht behandelt, riskiert sogenannte Rhagaden, das sind kleine Hautrisse. Diese stellen ein Risiko für weitere Infektionen der Haut dar.

Spezielle Fußpilze besiedeln im Verlauf der Erkrankung auch die Fußkanten und den Fußrücken. Die ersten Symptome für diese sogenannte Mokassin-Mykose ist eine feine, trockene Schuppung auf entzündeter Haut.

Die richtige Behandlung von Fußpilz

Wer Fußpilz nicht rechtzeitig behandelt riskiert nicht nur die Entstehung von den schmerzhaften Rissen, sondern auch Nagelpilz. Wenn der Fußpilz ausreichend früh erkannt und behandelt wird, dann genügen meist äußerliche Anwendungen. Ärzte und Apotheker empfehlen in diesen Fällen bestimmte Antimykotika in Form von Cremes oder Salben. Diese beeinträchtigen das Wachstum der Pilze und töten sie ab. Wenn der Pilz schon größere Hautareale oder den Nagel befallen hat, dann müssen meist zusätzliche Präparate eingenommen werden.

Präventive Fußpflege

Da ein Pilz allein noch kein Fußpilz macht, lässt sich mit einer gezielten Fußpflege dem lästigen Pilzbefall vorbeugen. Eine intakte Hautbarriere erschwert den Pilzen das Eindringen in die Hat. Dafür wollen die Füße aber auch gut gepflegt sein. Das bedeutet, seine Füße nicht zu heiß zu waschen und nach dem Baden oder Duschen gut abzutrocknen, am besten sogar trocken zu föhnen. Mit auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmten Fußlotionen oder -cremes unterstützt man den Säureschutzmantel, denn gerade an den Füßen tendieren viele zu trockener Haut. Vor allem aber gilt es Vorsicht an den Risiko-Orten wie der Sauna oder Schwimmbad walten zu lassen! Hier empfehlen sich Badeschuhe, die man auch beim Duschen anlässt.

Schweißfüße und Fußgeruch

Schweißfüße sind ein Tabuthema – Betroffene sprechen nicht gerne darüber. Jedoch könnte fast jeder daran leiden, denn an unseren Füßen finden sich besonders viele Schweißdrüsen.

Hornhaut

Es gibt zahlreiche Produkte und Tipps gegen Hornhaut. Doch helfen auch alle? Und was wirkt wirklich?

Schrunden

Trockene, spröde und rissige Haut an den Füßen tritt meist in den Wintermonaten auf. Menschen, die grundsätzlich trockene Haut haben, leiden auch ganzjährig unter sogenannten Schrunden. Diese sind nicht nur unangenehm und können sogar Schmerzen verursachen, sondern sie stellen auch ein weiteres Gesundheitsrisiko dar.